Die große Heilkraft der kleinen Biene

Die wichtigste Person für die Apitherapie in Slowenien am Ende des 19. Jahrhunderts war Dr. Filip Terč, ein in Maribor praktizierender Arzt tschechischer Abstammung. Bereits 1879 begann er mit der experimentellen Behandlung von rheumatischen Erkrankungen mit Bienenstichen (Apitoxin). Er erprobte diese Therapie an 660 Patienten und gilt als Pionier der modernen Apitherapie in der Geschichte der Medizin und der Imkerei.

Jedes Jahr im März findet in Passau in Deutschland ein internationales Apitherapie-Symposium statt. Und im Jahr 2006 beschloss der Apitherapie-Kongress, den 30. März, den Geburtstag des Pioniers der modernen Apitherapie, Dr. Terč, zum Internationalen Apitherapie-Tag zu erklären.

Apitherapie-Symposien werden auch auf dem alle zwei Jahre stattfindenden Internationalen Apikulturkongress Apimondia abgehalten. Seit 2006 findet auch alle zwei Jahre der internationale Kongress Apimedica&Apiquality statt, der den Errungenschaften der Apitherapie gewidmet ist. Bislang fanden die genannten Kongresse 2006 in Griechenland, 2008 in Italien, 2010 in Slowenien, 2012 in China, 2014 in der Türkei, 2016 in Italien und 2018 in Rumänien statt.

Auch in Slowenien wurden mehrere Apitherapie-Symposien abgehalten, die seit 2007 regelmäßig vom Slowenischen Imkerverband und dem Imkerverein Maribor durchgeführt werden.

Mehr als 200 Teilnehmer haben bisher die Ausbildung zum Apitherapeuten abgeschlossen, und 44 Teilnehmer (die 6. Generation) befinden sich derzeit in der Ausbildung, die Ende September 2020 abgeschlossen sein wird.Der Slowenische Imkerverband erarbeitet zusammen mit dem Institut für berufliche Bildung und Ausbildung den Katalog der Standards für die beruflichen Kenntnisse und Fähigkeiten, die für einen Apitherapeuten erforderlich sind. Der Verband wünscht sich, dass Slowenien die Apitherapie in ähnlicher Weise wie Deutschland und Rumänien regelt.

Slowenische Apitherapeuten arbeiten mit jenen in vielen anderen Ländern zusammen – in Tschechien, der Slowakei, Polen, Kroatien, Serbien, Bulgarien, Ungarn, Deutschland, Rumänien, Russland, Österreich und anderswo.

Die slowenischen Bienenhäuser sind einzigartig in der Welt, sie sind etwas typisch Slowenisches, wie Heuhaufen und Weinberghäuschen. Früher waren Bienenhäuser auch in anderen Teilen Europas üblich, vor allem in den deutschsprachigen Ländern, aber in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts begannen sie zu verschwinden, wegen des so genannten Fortschritts und der Verbreitung von Kastenbeuten. Heute findet man sie außer in Slowenien nur noch in einigen deutschsprachigen Schweizer Kantonen. Aber auch dort unterscheiden sich die Schweizer Bienenhäuser von den slowenischen ganz erheblich. In Regionen, in denen es keine Bienenhäuser gibt, werden in der Apitherapie spezielle Masken verwendet, damit die Patienten Bienenstockluft einatmen können. Aber in Slowenien kann sich ein Patient einfach auf einen bequemen Liegesessel oder ein Bett über den Bienenstöcken legen und sich entspannen, ohne dass eine Maske notwendig ist. Alternativ hilft auch eine Propolis Tinktur.

Forschung
In Slowenien wurden mehrere wichtige Studien im Zusammenhang mit der Apitherapie durchgeführt. Die Biotechnische Fakultät der Universität Ljubljana führte zwei Studien über die antibakterielle Wirkung von slowenischem Honig durch. Die erste (Kralj Kunčič et al., 2012) untersuchte die Möglichkeit der Behandlung von offenen Wunden mit Honig, die zweite (Podržaj, 2011) die mögliche antibakterielle Aktivität von Honig auf parodontalpathogene Bakterien in Zahnbelägen. In der ersten Studie erwies sich der slowenische Kastanienhonig in den Labortests als am wirksamsten.

Es wurde festgestellt, dass viele Imker auch im hohen Alter noch einen klaren Verstand haben, wissbegierig sind und sich für alle neuen Entwicklungen in der Bienenzucht im In- und Ausland interessieren. Slowenische Forscher haben auch eine klinische Studie über die Wirkung von Gelée Royale auf systemische Entzündungen durchgeführt, die sehr zufriedenstellende Ergebnisse brachte.